Mittwoch, 26. Juni 2013

WorldSkills TV: Die "Olympiade der Berufe" in Bildern entsteht

Anfang Juli startet auf der Leipziger Messe die "WorldSkills 2013", die Olympiade der Berufe. Sie findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten der Welt statt. Über 1000 Fachkräfte unter 23 Jahren ringen in 46 offiziellen Disziplinen um die Medaillen - eins der größten Events der beruflichen Bildung. Das Foto entstand beim Aufbau des Stands für Modedesign: Die Teilnehmenden werden Kleider entwerfen, die Jury entscheidet. Studierende der HTWK Leipzig sowie der Fernsehakademie Mitteldeutschland erstellen mehr als 60 Videoclips für WorldSkills-TV. Mehr zur WorldSkills 2013

Donnerstag, 23. August 2012

Crossmedia: Vier Interviews

Crossmediales Publizieren oder Angeln mit dem richtigen Köder: Agenturinhaber Kay Schönewerk meint: „Eine Bachforelle findet man auch nur im Bach (...) Hier ist nicht die große Anzahl verschiedenartiger Köder entscheidend.“

Der Psychologe und digital native Georg Süß erklärt, was er unter crossmedialem Mehrwert versteht.

Hat sich die Arbeit einer Illustratorin durch Crossmedia verändert? Katja Röhlig meint: Erstskizzen wird man auch in zehn Jahren noch auf Papier anfertigen.

Wie setzt ein Leipziger Messedienstleister Videos für die Kundenkommunikation ein? Torsten Pöhlmann erklärt’s im Interview. Alle vier Interviews entstanden im Rahmen des berufsbegleitenden Studiengangs Crossmedia Management der Leipzig School of Media.

Dienstag, 26. Juni 2012

E-Plus: Wie man als Journalist nicht erreichbar ist

Vor einiger Zeit schilderte ich in diesem Blog, wie Debitel zwei Monate lang die Rufnummernportierung versemmelte. Jetzt kann ich die Geschichte toppen: E-Plus brauchte bisher mehr als zwei Monate, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Aus meinen damaligen Erfahrungen klüger geworden, leitete ich diesmal die Rufnummernportierung nach Checkliste ein. Am 26. April 2012 kündigte ich den alten Vertrag bei E-Plus, der ohnehin im Oktober 2012 ausgelaufen wäre, und teilte gleichzeitig mit, dass ich die Rufnummer portieren wolle, bestellte den neuen Vertrag bei BASE, und als mir einen Monat später – am 19. Mai – E-Plus die Kündigung bestätigte, sandte ich sie frohgemut an BASE. Ich dachte, jetzt stünde der Portierung nichts mehr im Wege.

Weit gefehlt. Es geschah weiterhin: nichts.

Vier Wochen später, am 15. Juni 2012, fasste ich mir ein Herz und schrieb an BASE:

Hallo liebes BASE-Service-Team,

bitte portieren Sie doch endlich die Rufnummer!

Die ((neue Nummer)) bekam ich von Ihnen beim Kauf der SIM-Karte im April (Bestellnummer 8733215 | 24042012-B1217340) automatisch zugeteilt. Diese Rufnummer möchte ich nicht nutzen.

Stattdessen möchte ich die bereits von mir verwendete (und bei eplus gekündigte) ((alte Nummer)) verwenden. (...) Ich habe keine Ahnung, warum es diesmal so lang dauert (meine Bestellung stammt vom April 2012, das sind jetzt bald zwei Monate). Bitte geben Sie mir doch Bescheid, wann Sie ermöglichen können, die Rufnummer zu portieren.

Mit Datum vom 16. Juni erhielt ich folgende Antwort:

Ihr bisheriger Mobilfunkanbieter teilte uns mit, dass der Übertragung Ihrer Rufnummer nichts im Weg steht. Allerdings wurde der Antrag zu früh gestellt. Frühestens vier Monate vor Vertragsende wird eine Anfrage bearbeitet, daher können wir Ihren Antrag zurzeit noch nicht weiterverfolgen.

Bitte prüfen Sie in Ihren Unterlagen das Ende Ihres bisherigen Mobilfunkvertrages und nehmen Sie frühestens vier Monate vor diesem Termin erneut Kontakt zu Ihrem Händler auf. Die Übernahme Ihrer Rufnummer werden wir dann so schnell wie möglich für Sie beantragen.

Anmerkung: Der alte E-Plus-Vertrag endet im Oktober 2012. Das sind exakt vier Monate.

Die Kollegen sind wirklich gut im Erfinden von Ausreden.

Nachtrag 26. Juni, 16 Uhr: Mail vom Kundenservice mit Bezug auf den Blogeintrag und ein Hoffnung weckender Satz: "Wir haben den Auftrag zur Übertragung der Rufnummer erneut angestoßen. Sobald uns die Bestätigung dazu vorliegt, werden wir unaufgefordert auf Sie zu kommen." (Wird fortgesetzt).

Nachtrag 29. Juni, 9.15 Uhr:Nach einem netten Telefonat gestern kam heute die Mail vom Kundenservice, wie das Problem gelöst wird. Es liegt offensichtlich daran, dass zwar eine Rufnummernportierung von einem Anbieter zu einem anderen möglich, weil gesetzlich vorgegeben, ist. Jedoch eine Portierung innerhalb von e-plus nach BASE ist offenbar nicht vorgesehen (die Auskunft, die man mir da ursprünglich gegeben hatte, war wohl falsch). Die Lösung sieht jetzt so aus: Der neue Vertrag (den man mir geraten hatte, abzuschließen) wird vorzeitig zum 30. Juni gekündigt. Der alte Vertrag wird in den gewünschten BASE-Vertrag umgewandelt. Jetzt steht nur noch die SMS aus, die das alles bestätigt und einleitet. (Wird fortgesetzt).

Sonntag, 20. November 2011

Wie Onlinejournalisten Geschichten erzählen

Neue Online-Plattformen stellen Journalisten interessante Werkzeuge für den Online-Journalismus zur Verfügung. Die Studierenden an der Leipzig School of Media, journalistische Profis, die den berufsbegleitenden Studiengang New Media Journalism absolvieren, haben rund ein Dutzend solcher Tools getestet und kurz beschrieben.

Darunter sind journalistische Tools zum Geschichtenerzählen wie Storify für die Erweiterung des klassischen Online-Beitrags um Social-Media- und Crossmedia-Elemente, der Public Data Explorer für die Visualisierung von Statistiken oder Dipity für die multimediale Zeitleiste. Getestet und vorgestellt werden aber auch bekannte Plattformen wie Aka-aki oder Anwendungen der Augmented Reality wie Barcoo, Cyclopedia für das iPhone oder Wikitude für Android-Smartphones.

Thema der Lehrveranstaltung am 18. November mit Gabriele Hooffacker waren die journalistischen Kernkompetenzen im New Media Journalism. Heiß diskutiert wurde die Frage, ob das vielbeschworene Kuratieren nicht zu den Kernkompetenzen des klassischen Journalismus zähle. Zum gesamten Blog zur Lehrveranstaltung

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Mobilfunk: Lustige Geschichte über einen unverschämten Provider

Fast 20 Jahre war ich Kunde bei mobilcom debitel. Doch beim Umstieg auf Smartphone, Flatrate und zugehörige Rufnummern-Portierung habe ich mich von diesem Provider verabschiedet. Eine weise Entscheidung, wie die folgende kleine Geschichte zeigt.

31. Juli: Neues Smartphone bestellt, Base-Vertrag bestellt und dabei um Portierung der Rufnummer gebeten.

Automatische Bestätigung erhalten.

Sonntag abend festgestellt: Portierungswunsch fehlt bei Bestätigung. Per Mail noch mal nachgeschickt.

Montag: Bei Base angerufen und Portierungswunsch kundgetan. „Kein Problem, dauert 2 Tage“. „Waren Sie mit dem Gespräch zufrieden?“

Es passiert: nichts.

3. August, Mittwoch, da nix passiert, bei Base angerufen. „Wie? Portierung? Da müssen Sie erst mal bei Ihrem bisherigen Provider kündigen.“

3. August: Weiteren Stapel Papier von Base erhalten, ausgefüllt und an Base gefaxt.

3. August: debitel eigens gekündigt (Mail).

Es passiert: nichts.

5. August: Smartphone und Vertragsunterlagen von Base kommen an. Zusammengebaut. Macht Spaß!

9. August. Mail von debitel: Der Anschluss sei nicht unter meinem Namen registriert.

Anruf bei debitel und erklärt, dass dies vor Monaten erledigt worden sei. Debitel weiß von nichts und meint, ich solle das halt noch mal machen.

Ich mache das noch mal.

Es passiert wiederum: nichts.

10. August. Mails an die Pressestellen Base, eplus, das Kundencenter debitel, dass es nett wäre, wenn ich meine alte Rufnummer wieder hätte. Sämtliche Telefonnummern und Kundennummern genannt, auf bisherigen Schriftverkehr verwiesen, auch auf die Tatsache, dass es für mich als Journalistin irgendwie wichtig ist, unter meiner bekannten Rufnummer erreichbar zu sein...

Automatische Empfangsbestätigungen erhalten.
Ansonsten passiert: nichts.

13. August. Anruf von Base, Frau Hinz: Sie nimmt sich jetzt der Sache an. Ich bedanke mich.

Es passiert: nichts.

18. August. Anruf von Frau Hinz, Base: Es tue ihr ja soo leid. Sie habe sich mit debitel in Verbindung gesetzt – also, ich muss da jetzt noch 25 Euro einzahlen.

18. August. Ich kaufe eine eplus-Free-and-Easy-Karte (hoffentlich die letzte in meinem Leben) und zahle den Betrag auf mein debitel-Konto ein.

23.8. Post von debitel: Ich solle doch bitte den Portierungsantrag unterschreiben und an sie faxen. Mache ich (zum x-ten Mal).

Es passiert: nichts.

26.8. Anruf von Frau Hinz: Sie habe sich noch mal mit debitel in Verbindung gesetzt. Also, denen liege kein Portierungsantrag von mir vor.

Das ist das erste Mal, wo ich wirklich ungehalten werde und herumzetere, dass ich mir die Lügen von diesem Deppenverein nicht mehr länger bieten lasse. Ich lasse mir Frau Hinzes Faxnummer geben und faxe ihr den ganzen Krempel.

Mit gleichem Datum faxe ich eine ziemlich ungehaltene Notiz an debitel mit der Überschrift „3. Versuch“. (Das ist eine smarte Untertreibung, es dürfte etwa der 5. oder 6. Versuch sein, aber ich will sie nicht erschrecken).

30.8. Anruf von Base, Frau Hinz: Gute Nachricht, mit Wermutstropfen: Am 7.9. wird jetzt wirklich portiert!

30.8., Post von debiltel: Sie würden jetzt portieren, ich soll aber unbedingt den neuen Provider (Base) informieren, sonst wird das nichts!

Den gesamten Krempel an Base gefaxt „Ich soll Sie jetzt von meinem Portierungswunsch in Kenntnis setzen...“

7.9., 17 Uhr: Hurra! Die Rufnummer wurde portiert! Leider funktioniert jetzt der Internet-Anschluss nicht mehr.

8.9: Noch einmal hilft mir Frau Hinz: Nachdem alle Einstellungen am Smartphone auf Werkseinstellung zurückgesetzt sind, funktioniert wieder alles.

9.9.: Debiltel schickt eine Rechnung über 30 Euro. Ich zahle 5 Euro ein und verweise darauf, dass ich ja bereits 25 Euro auf mein Handy-Konto eingezahlt habe.

13. Oktober 2011: Debiltel schickt mir eine Mahnung: Ich solle jetzt endlich die 25 Euro zahlen, und zwar zuzüglich einer Mahngebühr von 2,95 Euro.

Ich zahle abermals an Mobilcom debitel, diesmal 27,95 Euro.
Mit diesem Provider möchte ich in diesem Leben nichts mehr zu tun haben.

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21. Oktober 2011: Mobilcom debitel hat das zu viel bezahlte Geld (5 + 27,95 Euro) zurückerstattet.

Montag, 12. September 2011

Pressespiegel

Auf onlinejournalismus.de ist unter dem Titel Wichtig ist einer, der anfängt der Bericht von Gabriele Hooffacker über die WikiConvention erschienen.

Einen Pressespiegel zur WikiConvention in Nürnberg gibt es hier auf den Projektseiten bei Wikipedia. Bis jetzt mit dabei: Bayerischer Rundfunk, WDR, Süddeutsche Zeitung, Nürnberger Nachrichten, ORF, heise.de und viele mehr.

Samstag, 10. September 2011

Freies Wissen für alle: Kann das funktionieren?


Wie entstehen Texte in der Wikipedia? "Da gibt es unterschiedliche Ansätze", sagte Magnus Gertkemper, langjähriger Wikipedianer und Administrator. "Manchmal ist es ein neuer Fußballspieler, mal ein neuer Film". Oft sei es erstmal ein Satz, ein sogenannter Stub. Wer ein bisschen erfahrener ist, weiß, wie Artikel aussehen sollen und kümmert sich um die Gliederung. "Wichtig ist einer, der anfängt".

Zusammen mit dem Bildungszentrum (BZ) der Stadt Nürnberg hatte die Wikipedia am 10. September zur öffentlichen Podiumsdiskussion eingeladen. Im Rahmen der WikiConvention 2011 diskutierten Wikipedianer mit Journalisten und Experten, moderiert von Peter Lokk.

Was sollte einer beherzigen, der bei Wikipedia mitmachen möchte? "Er sollte neutral bleiben", rät Magnus Gertkemper. "Manchmal kann man aber auch alles richtig machen, man bekommt trotzdem einen vor den Latz".

Wissenschaft und Journalismus
Wie stehen Wissenschaftler zur Wikipedia? Prof. Dr. Klaus Meier, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Institut für Journalistik, meint: "Die Wissenschaft hat Skepsis, wenn da jeder mitschreiben kann." Aber es gibt auch den Vorwurf an die Wissenschaft, dass sie so ein elitärer Haufen sei. Wie gehen Studierende mit der Wikipedia um? "Da hat es einen Lernprozess gegeben", meint Klaus Meier. Inzwischen werde hinterfragt. Man könne an der Wikipedia lernen, was der Kern der Wissenschaft ist, nämlich Quellenkritik. Das könne man gut mit Studierenden diskutieren.

Welche Rolle spielt Wikipedia für Journalisten? Wird Wikipedia als verlässliche Informationsquelle angesehen? Klaus Schrage, Journalist bei den Nürnberger Nachrichten, freigestellter Betriebsrat, Blogger "Hirndübel" sagt: "Journalisten glauben ja zunächst erstmal nicht, was da einer irgendwo sagt oder schreibt. Es gibt unterschiedliche Methoden. Zu den guten zähle ich: Sich einen Überblick über ein Thema zu verschaffen. Aber natürlich darf die Recherche bei Wikipedia nicht das Ende der Recherche sein. Weniger gut: Unter Zeitdruck "copy and paste" aus der Wikipedia in die eigene Publikation. Dass hier die Neuigkeit fehlt, ist schnell entlarvt.

Was macht die Foundation?
"Erst gab es Wikipedia, dann - zwei Jahre später - die Foundation", berichtet Ting Chen, Vorsitzender des Boards der Wikimedia Foundation in San Francisco. Jetzt unterstützt sie Wikipedia in Ländern, in denen das Freie Wissen noch nicht überall verfügbar ist.

"Mein erster Edit war ein Diskussionsbeitrag", sagt Pavel Richter, Geschäftsführer des Wikimedia Deutschland e.V. seit August 2009. Wikimedia wurde 2004 gegründet, Intention damals war: Anlaufstelle zu sein für Fragen, das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen. Auch das Spendeneinwerben gehört zu den Aufgaben des Vereins. "Wir wollen Menschen überzeugen, dass es toll ist, Wikipedianer zu sein."

Was die Nutzer stört
Frage aus dem Publikum: "Wenn ein Admin meinen Beitrag löscht, komme ich nicht mehr dran. Das ist nicht fair!" Ein anwesender Administrator (Admin) hilft: Er stellt den Beitrag gern wieder im sogenannten Namensraum her. - Auch die unterdrückten Österreicher sind wieder Thema. -

Was machen Admins wirklich? Magnus Gertkemper erklärte: Nach einer öffentlichen Wahl erhält der neue Administrator erweiterte Möglichkeiten gegenüber den Nutzern. Zum Alltagsgeschäft zähle, den "ganz normalen Kleinvandalismus" zu korrigieren, etwa, was gelangweilte Schüler eintippen. Auch, wie wichtig das ein oder andere Sternchen tatsächlich ist, wird letztenendes nach der sogenannten Löschdiksussion vom Admin entschieden.

"Qualitätssicherung, die nicht weh tut, ist keine Qualitätssicherung", ergänzte Klaus Meier. Seine Kriterien: Vollständigkeit, Richtigkeit, Transparenz. Dazu gehören zum einen Quellenangaben, zum anderen die Frage der Autorschaft. Und das werde bei Wikipedia nicht immer erfüllt. "Weniger anonym zu agieren, wäre wünschenswert".

Es ist für Journalisten peinlich, zuzugeben, dass sie Wikipedia benutzt haben. Klaus Schrage fragte daher: Wie geht Wikipedia damit um? Tin Cheng antwortete: "Wir freuen uns, dass Sie Wikipedia benutzen". Ergänzung aus dem Publikum: "Wir freuen uns nicht, wenn einfach abgeschrieben wird, Weiterrecherchieren wäre besser!"

Frage aus dem Publikum: Lernen Studierende im Studium, mit Wikipedia zu arbeiten? Klaus Meier verwies auf Wikis, die anstelle von Seminararbeiten entstehen, aber auch Seminararbeiten, die gleich in Wikipedia integriert werden. Für Nachwuchswissenschaftler hingegen ist die Mitarbeit an Wikipedia wenig attraktiv, da sie Veröffentlichungen unter ihrem Namen vorweisen müssen.

Klaus Schrage: "Wenn da ein Admin meinen Text verändert oder einfach löscht – ich glaube, das ist einem Journalisten nicht so einfach zu vermitteln". Tin Chen schlägt vor, Journalistik-Studenten könnten Wiki-News schreiben, das wäre eine interessante Kooperation!

Ziko van Dijk: „Viele im Raum haben kein Zeitungsabo. Wir leben ein wenig auf Kosten derer, die ein Zeitungsabonnement bezahlen...“ Klaus Meier: Das Geschäftsmodell, Nachrichten zu verkaufen, ist in der Krise.“ Klaus Schrage: „Tageszeitungen haben sinkende Auflagenzahlen, es gibt weniger Werbeanzeigen. Dafür werden die Abogebühren erhöht. Die Frage ist: Wie kann man im Internet Geld verdienen?“

Warum gibt es ein Frankenwiki? Der Macher Clemens Helldörfer: Service für die Leser, Zeitungsarchiv, macht die Zeitung bekannt in der Region. Frage aus dem Publikum: Wäre es nicht eine gute Idee, solche Regionalwikis in Wikipedia zu integrieren, so dass es eine gemeinsame Benutzeroberfläche gibt?

Wie wird das Geld für die Foundation verwendet? Ting Chen nennt den veröffentlichten Jahresbericht und die Steuererklärung. „Wir wollen nicht möglichst viel Geld einsammeln, sondern wir haben Ziele für das nächste Jahr – und dafür sammeln wir dann Geld.“

Frage aus dem Publikum zu Wikipedia in China. Ting Chen: „Wir haben im Moment ein angenehmes Verhältnis zur chinesischen Regierung. Wir werden nicht blockiert – anders als andere Medien.“ Das kann aber morgen schon wieder anders sein. Die Community in China wächst, und es gibt erhöhten Zugriff aus China.

Pavel Richter stellte das aktuelle Projekt vor, Wikipedia solle als Weltkulturerbe anerkannt werden. Es wäre das erste digitale Monument, das von der Unesco anerkannt würde. Auf de.wikipedia.org gibt es eine Online-Petition, die man unterschreiben kann.

Wie geht es mit Wikpedia weiter?
Pavel Richter: Vorhersagen über einen Zeitraum von zehn Jahren sind Selbstmord... Wikipedia sollte ein Anlaufpunkt für Wissen sein.
Magnus Gertkemper: „Ich wünsche mir, dass der Zugang zum Freien Wissen noch besser wird, und dass Leser noch mehr zum Mitmachen eingeladen werden.“
Klaus Meier: Wissenschaft und Wikipedia werden getrennte Welten bleiben. Schön wäre, wenn die Mitarbeit bei Wikipedia für junge Wissenschaftler besser anerkannt würde.
Ting Chen: Eine spannende Entwicklung könnte sein, gesprochene Sprache aufzuzeichnen, bedrohtes Wissen aufzubewahren und der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen.
Klaus Schrage: Entweder geht’s gut. Oder die Leute empfinden es normal, dass es Wikipedia gibt, und engagieren sich immer weniger. Ich hoffe aber sehr, es geht gut, denn es ist ein tolles Projekt!